Spastikerhilfe Berlin eG

SPENDEN  |   IMPRESSUM  |   DATENSCHUTZ  |   INHALT  |   SUCHE:    
Bildleiste mit Eindrücken aus den Tätigkeitsbereichen der Spastikerhilfe Berlin eG

Konzept der Integrationskindertagesstätte

„Es ist normal, verschieden zu sein.“ (Richard von Weizsäcker, 1993)

Wir möchten, dass Sie und Ihr Kind sich bei uns wohlfühlen. Im Folgenden wollen wir Ihnen unsere Einrichtung, die Grundsätze unseres pädagogischen Handelns und unsere besonderen Angebote vorstellen.

Wie unsere Kita entstand

Im Jahr 1958 wurde die Spastikerhilfe Berlin e. V. als Selbsthilfeorganisation von Eltern behinderter Kinder in Zusammenarbeit mit einem Fachteam gegründet. Mit viel Engagement schufen sie die Voraussetzungen für den Bau einer Kindertagesstätte mit Therapiezentrum im Jahr 1967 am Prettauer Pfad.

Mit dem Älterwerden der Kinder kamen die Bereiche Schule, Arbeit, Freizeit und Wohnen
hinzu.

Im Jahr 199o wurde die Betriebsgenossenschaft der Spastikerhilfe Berlin eG gegründet, die seither Träger der Einrichtung ist. Der Verein unterstützt die Arbeit der Genossenschaft weiterhin in vielen Bereichen und verfolgt gesellschaftspolitische Aufgaben.

Allgemeine Struktur

In der Kindertagesstätte werden zurzeit 120 Kinder im Alter zwischen einem Jahr und Schuleintritt pädagogisch und therapeutisch durch den Kita-Alltag begleitet.

In unseren sieben Integrationsgruppen bieten wir Kindern ohne und mit Behinderungen und in den drei besonderen Gruppen spezifischer Prägung Kindern mit Behinderungen einen gemeinsamen Tagesablauf an.

In den besonderen Gruppen werden sechs bis acht Kinder pro Gruppe betreut, im Integrationsbereich beträgt die Gruppenstärke bis 14 Kinder.

Unser Ziel ist es, kein Kind wegen der Schwere seiner Behinderung abzulehnen. Alle beteiligten Fachleute prüfen in gemeinsamer Abstimmung, welche Betreuungs- und Versorgungsnotwendigkeiten jedes Kind hat und welche Gruppe diesen Ansprüchen am besten Rechnung tragen kann. In diesem Prozess werden im Falle der Integrationsgruppen sowohl die Belange der Kinder mit Behinderung als auch der Kinder ohne Behinderung umsichtig hinterfragt, damit die Integrationskraft der Gruppe optimal genutzt werden kann.

Kindern, die neben der pädagogischen und heilpädagogischen Förderung einer intensiven pflegerischen Betreuung bzw. einer hochgradig individualisierten pädagogischen Förderung bedürfen, stehen unsere besonderen Gruppen spezifischer Prägung zur Verfügung.

In den zehn Gruppen der Kindertagesstätte werden alle Kinder mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten und Bedürfnissen betreut und integriert.

Zusammenarbeit mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum / Kinder- und Jugendambulanz Lichterfelde (SPZ/KJA)

Unter dem Dach des Hauses Prettauer Pfad 23-33 befinden sich auch die Räumlichkeiten des SPZ/KJA, das von einer Fachärztin für Pädiatrie geleitet wird. Im SPZ/KJA sind verschiedene therapeutische Fachkräfte angestellt.

Das therapeutische Angebot umfasst derzeit:

  • Krankengymnastik (mit zusätzlichen Spezialausbildungen)
  • Ergotherapie
  • Musiktherapie
  • Logopädie
  • Heilpädagogik
  • Psychologie

Das bedeutet, dass unsere Kinder mit therapeutischem Betreuungsbedarf ihre Therapiestunden innerhalb ihrer Kita-Zeit integriert in den Tagesablauf erleben können. Das SPZ/KJA ist sowohl zuständig für ambulante therapeutische und diagnostische Betreuung von Kindern aus Steglitz oder umliegenden Bezirken als auch für die therapeutische Versorgung der Kinder in Kitas freier Träger.

Die Ausstattung unseres Hauses

Die Gruppen werden in je zwei Räumen (einem Gruppenraum in der Regel mit Hochebene und einem abteilbaren, kleineren Raum für Mahlzeiten, Arbeiten und Spielen am Tisch etc.) betreut. Die Gruppenräume befinden sich sowohl im Erdgeschoss als auch in der ersten Etage. Das Haus hat ein Warmwasserschwimmbad mit Hubboden sowie zwei Turnhallen mit vielseitiger Ausstattung. Die vordere Turnhalle ist sehr groß, hat verschiebbare Wände und ist damit als Veranstaltungsort für Theatervorführungen, Feierlichkeiten, Versammlungen, gemeinsames Singen aller Gruppen u.ä. sehr gut geeignet.

Darüber hinaus verfügt das Haus über breite, lange Flure, die auch bei schlechtem Wetter genügend Bewegungsraum und -möglichkeit für die Kinder bieten. Es kann getobt werden, und Rollatoren, Therapiefahrräder haben ebenso wie Rollstühle genügend Rangierfläche. Bewegungsfreiheit und Anregung im Spiel bieten auch unsere neu gestalteten Gärten. Zwei Gruppen haben einen internen Garten, alle übrigen Gruppen haben Zugang durch Terrassentüren oder über die große Rampe zum weitläufigen Gemeinschaftsgarten.

Unser Personal

Im Haus arbeiten pädagogische Mitarbeiter/innen mit Voll- und Teilzeitverträgen. Alle Mitarbeiter/innen haben eine pädagogische Ausbildung, und viele verfügen über zusätzliche Qualifikationen wie z.B. „Facherzieherin für Integration“ oder „Heilpädagogin“.

Aufgrund unserer langen Geschichte in der Betreuung von Kindern mit verschiedensten Formen der Behinderung und einer geringen Fluktuation in der Mitarbeiterschaft sowie einer engen Zusammenarbeit mit den therapeutischen Fachkräften des SPZ verfügt das Kollegen-Team über einen großen Erfahrungsschatz in diesem Tätigkeitsfeld.

Auch bei ungewöhnlicher Ausprägung und einem besonderen Ausmaß der Behinderung ist
ein unvoreingenommener und angstfreier Kontakt zum Kind gewährleistet.

Elternarbeit

Uns ist eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern sehr wichtig. Nur gemeinsam können wir die uns anvertrauten Kinder in ihrer Entwicklung optimal unterstützen und begleiten.
Neben den „Tür- und Angel-Gesprächen“, die sich im Alltag des Kindergartens ergeben, finden regelmäßig Entwicklungsgespräche statt, die dem Austausch und der Abstimmung über Bildungs- und Entwicklungsziele des Kindes dienen.

Im Rahmen der regelmäßigen Elternabende in den Gruppen werden Elternvertreter für die Dauer eines Jahres gewählt. Diese wählen die Mitglieder für den Kita - Ausschuss, der sich zu gleichen Teilen aus Beschäftigten und Eltern zusammensetzt. Der Ausschuss bietet die Möglichkeit zum Austausch über konzeptionelle und grundsätzliche Fragen. Zu aktuellen Themen finden Gesamtelternabende statt.

Die Psychologinnen des SPZ/KJA bieten für die Eltern der Kinder mit Behinderung regelmäßig einen Gesprächskreis an.

Grundsätze unserer pädagogischen Arbeit

Unser Bild vom Kind

Wir sehen die Kinder als individuelle Persönlichkeiten, die wir in ihrer Entwicklung und Entfaltung stärken wollen. Die Kinder bringen unterschiedliche Lebensgeschichten und Umfeldsituationen mit. Sie haben eigene Bedürfnisse, Wünsche, Ideen und Fähigkeiten. Jedes Kind muss die Möglichkeit haben, sich seinen Neigungen und Fähigkeiten entsprechend entfalten zu können.

Unser pädagogischer Auftrag

Aus diesen Grundsätzen ergibt sich für uns als Pädagogen folgendes Rollenverständnis: Wir sehen uns als Partner und Begleiter der Kinder auf ihrem Weg, die Welt zu begreifen und zu erobern. Wir schaffen den Rahmen für die Betätigung und Entwicklung der Kinder, beobachten und helfen behutsam über „Schwellen“ hinweg. Wir geben den Kindern die Möglichkeit der eigenen Erfahrung und Betätigung und begleiten die Kinder auf ihren Forschungsreisen.

Wir holen die Kinder dort ab, wo sie sich befinden und helfen ihnen, Baumeister ihrer eigenen Welt und Entwicklungsgeschichte zu sein.

Wichtige Bausteine unserer Arbeit

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Wir verstehen Förderung als einen ganzheitlichen Prozess.
Das bedeutet, wir nutzen alle Tätigkeiten - am und mit dem Kind -, um Lernen zu ermöglichen.
Um diese Arbeit leisten zu können, ist eine fachübergreifende Zusammenarbeit erforderlich.

Beteiligung an der trägerübergreifenden Fachdiskussion

Wir beteiligen uns aktiv an der konzeptionellen Fachdiskussion mit den Leistungsträgern auf Senats- und Bezirksebene sowie mit den anderen Trägern von Kindertagesstätten in Berlin und setzen die Ergebnisse in unserer täglichen Arbeit um.
Einen wesentlichen Schwerpunkt sehen wir in der Umsetzung des Berliner Bildungsprogramms (BBP) der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin aus dem Jahr 2004. So bezieht unser Konzept die Einheit von Betreuung, Bildung und Erziehung jedes Kindes in die Alltagsplanung mit ein. Die Lebenswelt des Kindes, die Möglichkeit kindlicher Aneignungsprozesse und die Entwicklung der einzelnen Kompetenzen stehen in der Wochengestaltung im Vordergrund. Das Kind wird mit seinen Ressourcen wahrgenommen.

Förderung in altersgemischten Gruppen und Angebote für gleichaltrige Kinder

Gute Erfahrungen machen wir hier in der Kita mit altersgemischten Gruppen. Sie bieten den Kindern genügend Raum zum gegenseitigen Kennen lernen und eigenständigen Ausprobieren neuer Wege und Handlungsstrategien. Sie gewinnen Vertrauen zu sich selbst und gelangen so zu neuen Erfahrungen bis hin zur Überwindung eigener Grenzen. Sie lernen Rücksicht auf kleinere und schwächere Kinder zu nehmen sowie Grenzen zu akzeptieren und einzuhalten. Zudem bietet die altersgemischte Gruppe mit ihrer familiären Struktur den Rahmen, sich in unterschiedlichen Entwicklungsebenen und Positionen zu erfahren. „Auch die Kleinen werden mal die Großen sein.“ Wir fördern damit sowohl die Selbstständigkeit der Kinder als auch das soziale Umgehen miteinander. Um dem Kind neben den Erfahrungen in der Altersmischung die Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen zu ermöglichen, bieten wir gruppenübergreifend altershomogene Aktivitäten an.

Im Rahmen dieser Projekte werden lernmethodische - und Sach-Kompetenzen gefördert und gleichzeitig – durch den Kontakt zu Kindern und Erziehern aus anderen Gruppen – die sozialen Fähigkeiten erweitert. Die Kinder lernen, klare Fragen und Antworten zu formulieren, anderen zuzuhören, sie ausreden zu lassen, sich selbst auch mal zurückzunehmen und sich in der Gemeinschaft Gleichaltriger „zu behaupten“.

Soziale Integration und individuelle Förderung

Gleichberechtigt neben dem integrativen Bereich stehen den Kindern individuelle Förderangebote zur Verfügung.

Für jedes Integrationskind wird von den Facherzieherinnen für Integration ein Förderplan erstellt. Dazu müssen wir mit allen Fachbereichen die einzelnen Ziele in kleinste Schritte unterteilen. Regelmäßig im Abstand von ca. 6 Monaten werden die Förderpläne überprüft und gegebenenfalls Ziele und Maßnahmen der Entwicklung des Kindes angepasst.

Geborgenheit in der ‚eigenen’ Gruppe – bei offenen Türen

Die Kinder sind grundsätzlich festen Gruppen zugeordnet, in der die täglichen und
wöchentlichen Aktivitäten geplant werden.

Jede Gruppe in unserem Haus hat einen festen wöchentlichen Schwimm- und Turntermin. Der Rest der Woche wird vom individuellen bzw. aktuellen Wochenplan bestimmt. Dabei stehen Basteln und Musizieren mindestens einmal auf dem Programm. Wir nutzen bei Wind und Wetter unseren geräumigen, großen Garten, und Ausflüge sind bei uns eine weitere wichtige Umwelterfahrung. Neben dem festen Tagesprogramm der Gruppen bleibt noch genug Zeit für das Freispiel und gruppenübergreifende Treffen. Die Förder- und Integrationsgruppen treffen sich z.B. regelmäßig zur gemeinsamen Musikstunde. Die Kinder können aus ihren geschützten Gruppen heraus über die weitläufigen Flure andere Gruppenräume erkunden. Dies ist sehr wichtig zur Förderung der Selbstständigkeit. Die Kinder haben so auch die Möglichkeit zur Begegnung mit Gleichaltrigen, und sie können die Lebendigkeit und Vielfalt des Hauses erleben. Beispielsweise sieht man den Hausmeister bei der Arbeit, Therapie wird sichtbar und „normaler“. In unserer Kita gibt es die unterschiedlichsten Lern- und Erfahrungsräume.

Medienpädagogische Förderung

Seit 2005 sind wir in das IBM-Förderprogramm KIDSmart aufgenommen. Für die Kinder steht eine Multimedia-Lernstation zur Verfügung, und die Erzieherinnen erhalten eine medienpädagogische Weiterbildung. Wir sehen die Auseinandersetzung mit den neuen Medien als Teil der Lebenswirklichkeit des Kindes an, die wir in unseren Kita-Alltag einbeziehen wollen. Frühe Medienerfahrung sind ebenso wie Begegnungen mit Bild- und Schriftsprache aller Art Bestandteile sprachlicher und allgemeiner Bildung.

Die besonderen Gruppen in unserem Haus

Im Kindergarten gibt es Kinder mit den unterschiedlichsten Behinderungen. Im Vordergrund stehen cerebrale Bewegungsstörungen, Wahrnehmungs- und Entwicklungsstörungen, geistige Behinderung, Anfallsleiden und Sprach- und Kommunikationsstörungen. Die Fördergruppen haben unterschiedliche Schwerpunkte.

Die Igelgruppe

In der Igelgruppe wird nach dem Konzept der Konduktiven Förderung von Andreas Petö
für Kinder mit vorwiegend körperlicher Behinderung gearbeitet.

Die Konduktive Förderung hat ihren Ursprung in Ungarn und wurde Anfang der fünfziger Jahre von A. Petö, einem Arzt und Pädagogen, entwickelt, Therapie und Pädagogik sind aufs Engste miteinander verknüpft. Das Ziel sind die größtmögliche Selbstständigkeit und die maximale Unabhängigkeit von Hilfsmitteln und Personen. Folgende „Säulen“ unterstützen die Kinder in ihren Lernprozessen:

Die Gruppe als Motor zur Motivation. Es wird fast alles zusammen gemacht. Die Kinder gehen nicht zur Einzeltherapie aus dem Geschehen, sondern werden von Therapeuten und Pädagogen gemeinsam gefördert. Das gemeinsame Arbeiten motiviert, die Erwachsenen treten mehr und mehr in den Hintergrund.

Der Tagesablauf ist in seiner Abfolge präzise strukturiert. Er bietet den Kindern die
Möglichkeit zur Orientierung und schafft vielfältige Handlungsräume.

Der Raum wird je nach Programm immer wieder umgestaltet und bietet den Kindern
Hinweise für die folgende Tätigkeit. Er ist eher reizarm und funktionell gestaltet.

Die Möbel begleiten die Kinder den ganzen Tag und machen es möglich, auf bisher gewohnte Hilfsmittel zu verzichten. Die Grundausstattung besteht aus Lattentischen (Pritschen), Hockern ohne Lehne und Leitern. Alle Möbel haben aktivierenden Charakter und verbessern die Bewegungsqualität. Sie erleichtern das aktive Greifen, Halten und Stützen. Die mit den Möbeln mögliche Selbstständigkeit und Korrektur muss mit Hilfe der Sprache und den motorischen Grundübungen erarbeitet werden.

Die Sprache wird unter anderem eingesetzt, um bestimmte Bewegungsabläufe zu planen und durchzuführen (rhythmisches Intendieren). Begleitet von wiederkehrenden Versen, Reimen und Liedern lernen die Kinder z.B. Sitzen, Bücken, Drehen und Aufstehen in Form von motorischen Grundübungen.

Die Konduktive Förderung bietet Kindern Orientierung und Hilfestellung in einem stärker strukturierten Rahmen. Die Kinder haben täglich und über Jahre die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten zu üben, zu erweitern und neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.

Die Gruppen Seepferdchen und Korallen

Bei den Seepferdchen und in der Korallengruppe werden Kinder mit einem wesentlich erhöhten pädagogischen, therapeutischen und pflegerischen Bedarf ganzheitlich gefördert. Das bedeutet, wir nutzen alle Tätigkeiten – am und mit dem Kind –, um Lernen zu ermöglichen. Genauer betrachtet heißt das, dass das An- und Ausziehen, das Windeln oder Toilettentraining, das Sitzen am Tisch und die Unterstützung beim Essen durch Handführung täglich wiederkehrende Tätigkeiten sind, die kommentiert werden und bereits Förderung darstellen, um dem Kind ein selbstständiges Handeln zu ermöglichen. Für ein mehrfach-behindertes Kind sind die täglich wiederkehrenden Aktionen Lernprozesse, die für andere normale Handlungen sind.

Um diese Arbeit leisten zu können, ist eine fachübergreifende Zusammenarbeit erforderlich. Das bedeutet, dass Ergo-, Physio-, Musiktherapeuten und Logopäden mit der Pädagogin für jedes Kind ein individuelles Programm erarbeiten und in der Gruppe zusammen ausführen. Es ist wichtig zu erkennen, dass in den alltäglichen Verrichtungen die besten Chancen liegen, mit dem Kind in Kontakt zu kommen, und dieses mit sich selbst und mit der Umwelt.

Pflege und Förderung müssen eine pädagogisch-therapeutische Einheit sein. Berühren, bewegen, sehen, hören, riechen und schmecken, all das kann in den Alltag einfließen, bewusst und nutzbar gemacht werden. Es hilft den Kindern, wach zu sein für sich und das Leben.

Dazu müssen wir mit allen Fachbereichen die einzelnen Ziele in kleinste Schritte
unterteilen. Ohne diese intensive, auf den Einzelnen abgestimmte Zuwendung, werden
schwerst mehrfachbehinderte Kinder in Alltagssituationen „überflutet“ von Eindrücken, z.B. Geräuschen, Gerüchen, Lichtquellen. Sie können sich nicht genug damit auseinandersetzen und müssen diese Fähigkeiten erst lernen.

Die Team- bzw. Elternarbeit unterscheidet sich von derjenigen in den Integrationsgruppen, da die mehrfachbehinderten Kinder sich in der Regel nicht selbstständig mitteilen können. Veränderungen im alltäglichen Kitaprozess nehmen sie intensiver wahr, können hypermotorisch werden und mit Anfallsbereitschaft reagieren. Da die Kinder mit Fahrdiensten gebracht und geholt werden, besteht der Kontakt durch ein Mitteilungsheft oder telefonisch.

Höhepunkte in unserem Kitajahr

Wir bieten das ganze Jahr über gemeinsame Projekte an, wie Fasching, Sommer- oder Herbstfest, die Begrüßung der Jahreszeiten und das Weihnachtssingen.

06.10.2006

> zurück